Pojechali

Donnerstag, 06.06.2019

Wort des Tages: Na strowje

Satz der Tages:  Ein Proooosit ein Prooosit der Gemütlichkeit!

Person des Tages: Pape (der hanfanbauende Schafminister)

Unser Tag begann mit Nudeln und Jägerschnitzel. Es ist ja immerhin Himmelfahrt, ein wichtiger Feiertag für unsere Gastgeber. Nachdem Frühstück wurde uns die Ehre erteilt an der internationalen wissenschaftlichen und praktischen Konferenz teilnehmen zu dürfen. Nicht nur die Teilnahme sondern auch die Mitgestaltung war unsere Devise. So erklärten sich drei unserer Study’s bereit, Arbeiten die im letzten Jahr an der Hochschule geschrieben wurden, vorzustellen.

   

  • Paulina Friedrich & Marius Lindemann: „ Arbeitskräfte in der europäischen Landwirtschaft.“
  • Freya von Rundstedt: „Ackerbau ohne Glyphosat“

Weiterhin wurde die Konferenz mit drei Vorträgen der russischen Kollegen gekrönt. EinEr Studentin,einem Doktoraten und  Elena, der Verantwortlichen für der Rat der Nachwuchswissenschaftler.

Wir hörten von einem Projekt, in welchem das Verhalten der Bienenkönigin mittels speziellem Bienenhaus erforscht wird und erfuhren, dass es seit 2019 eine extra Rente für AK in der Landwirtschaft gibt, wenn diese 30 Jahre in der Branche arbeiten. Auch spannend ist die Tatsache, dass der Einsatz von Glyphosat in Russland auf 1 mal in 5 Jahren beschränkt ist. Wie ihr seht haben wir uns fleißig, mit den verschiedensten Themen der Agrarwirtschaft in Russland auseinander gesetzt. Die nächste Überraschung ließ natürlich nicht auf sich warten. Das russische Fernsehen war bei der Konferenz und interviewte eine Kommolitonin, sowie unsere Professoren.

   

Nach dem Mittag in der Mensa, stand der Besuch bei Agrofirm „Biokor-S“ im Landkreis Mokshansky, Zarevschino an. Der Betrieb wurde 2001 mit 100ha gegründet. Tagesaktuell werden 5000ha bewirtschaftet. Nächsten Monat sieht das Ganze aber schon ganz anders aus. Der Betrieb vergrößert sich auf insgesamt 9000ha.

  

  • bald 9000 ha
  • 75 AK
  • Öllein 2000 ha -> 7 Mio Samen /ha Düngung von 80kg Mineraldünger
  • Hanf -> 20 kg / ha Aussaat, Samen zum Essen, Fasern & Ölproduktion 

    

Nach dem wir uns Öllein und Hanf auf dem Acker angeschaut hatten, ging es weiter zur Hauseigenen Bäckerei. Wo täglich 500 Brote (30 verschiedene Sorten) und 300 Kuchen gebacken werden, sowie Pellinis und weitere Leckereien. Neben der Bäckerei befindet sich die einzige Kirche im italienischen Baustil in ganz Russland. Leider in schlechtem Zustand, steht diese schon seit 1806. Das Unternehmen hat sich die Restaurierung des Gotteshauses zur Aufgabe gemacht.

   

Zur Stärkung bewiesen der Chef und seine Crew nochmal die unheimlich große Gastfreundschaft. Wir würden an eine reichlich gedeckte Tafel gebeten. Es erwartete uns neben vielen Leckereien, auch die ein oder andere Karaffe gefüllt mit dem Nationalgetränk. Kaum hingesetzt ertönten die ersten Reden, Dankesworte und freudige Kundgebung, welche natürlich mit einem lauten Na strowje endeten. 

Zu guter letzt wurden uns die 3500 Scharfe des Betriebes gezeigt. Es gibt 1200 Muttertiere, der Plan ist aber auf 2000 aufzustocken.