Dawai, Dawai, Dawai

Dienstag, 04.06.2019

 

Wort des Tages: „dawai“ = „schnell“

Person des Tages: Till, welcher Busfahrer sein konnte

Zahl des Tages: 151.000 t

Zitat des Tages: „Das sind Dimensionen, die uns erschlagen!“ (Katrin)

Überraschung des Tages: Kühe im Gegenverkehr

 

Um 8 Uhr ist unser Tag mit einem leckeren Frühstück gestartet und danach fuhren wir drei Stunden bis zur Saatgutfabrik „Rumolko“. Dieser ist auf zwei Standorte aufgeteilt und bewirtschaftet 1000 ha. Beim ersten Standort sahen wir sechs riesige Hallen in denen je 20.000 t gelagert werden können. Diese Hallen wurden vor fünf Jahren gebaut und hier findet die Sortierung, die Verpackung und die Auslieferung nach ganz Russland statt. Es wird Getreide, Soja und alle 3 Jahre Kartoffeln angebaut. Dann ging es mit unserem neuen Busfahrer Till weiter zu verschiedenen Feldern, wie einem Soja-, einem Winterweizen- und einem Kartoffelschlag.

Der Jahresniederschlag liegt zwischen 400-500 mm und der Betrieb bewässert mit 10 Anlagen vor allem die Kartoffeln und den Mais. Je nach Bedarf werden auch die Zuckerrüben und die Sonnenblumen bewässert. Das Wasser für die Bewässerung kommt aus einem See aus dem das Wasser gepumpt wird. Die Fruchtfolge ist Brache, Winterweizen, Zuckerrüben und danach Sommergerste. Sonnenblumen werden nur manchmal angebaut. Die Zuckerfabriken liegen zwischen 50-100 km entfernt.

Erträge sehen wie folgt aus:

  • Winterweizen 60-70 dt/ha
  • Kartoffeln 60 dt/ha mit Bewässerung (ohne nur 20 dt/ha)
  • Soja 22 dt/ha (wird seit drei Jahren angebaut)

Den zweiten Standort konnten wir leider nur kurz von außen uns ansehen. Um 13 Uhr war es dann an der Zeit, Mittag zu essen. Anschließend sind wir zur „Bashmakovsky“ Getreidelagerung gefahren. Dieser hat zwei Getreidespeicher, wo insgesamt 151.000 t eingelagert werden können. Die Leistung beträgt 150 t pro Stunde und die Tagesanlieferung beläuft sich auf 6.000 t. In einem Aggregat mit drei Leitungen passen 550-600 t rein. Auf dem Gelände befinden sich außerdem zwei Labore. Im größeren Labor werden die Getreideproben auf Qualität, Größe und Keimung untersucht. Hier im Betrieb arbeiten derzeit 14 Mitarbeiter und der Betrieb verfügt über eine eigene Zuganbindung. So wird das Getreide mit dem Zug oder Lastwagen weiter transportiert.

 

Im dritten Betrieb war dann eine Saatgutaufbereitung. Hier waren wir allerdings höchstens nur 10 Minuten, weil sich der Zeitplan stark verschoben hat. Dieser Betrieb hat 10.000 ha Ackerbau und sie produzieren 10.000-12.000 t Samen im Jahr. Gereinigt wird hier Winter- und Sommerweizen, Gerste, Roggen und Soja. Sonnenblumen könnten sie auch reinigen, aber dafür besteht derzeit kein Bedarf.

 

Zum Schluss sind wir in Richtung des letzten Betriebes gefahren. Auf dem Weg dahin wurden wir von dem Dorf „Nikuljewka“ herzlich in Empfang genommen. Das Dorf hat über 1000 Einwohner und dort befinden sich ein Museum, eine Schule, ein Kindergarten, ein Krankenhaus, eine Mensa, eine Bäckerei und eine Fleischerei. Nachdem wir aus dem Bus ausgestiegen sind, haben Frauen in volkstümlicher Kleidung für uns gesungen und drei kleine süße Mädels kamen auf uns zu und baten uns Brot an.

Anschließend gab es dann Tee und Gebäck für uns. Sie haben sich so viel Mühe gegeben und es war sehr schade, dass unser Aufenthalt dort nur so kurz war und man uns regelrecht animiert hat uns schneller auf den Weg zu machen. So sind wir dann auf dem letzten Betrieb „Petrovsky“ gelandet. Hier haben wir uns die Technik, die Tier- und Pflanzenproduktion angesehen. Zuerst haben wir uns die Tierproduktion mit 600 Milchkühen angesehen.

Es befinden sich auf dem Betrieb ein Kälberstall, ein Färsenstall, zwei Reproduktionsställe und gerade wird ein neuer Kälberbereich gebaut. Mit 13 Monaten und einem Gewicht zwischen 370-380 kg werden die Färsen besamt. Nach 40 Tagen findet die erste Ultraschalluntersuchung statt und nach 90 Tagen wird die Trächtigkeitsuntersuchung per Hand vorgenommen. Da es bis zwei Monate vor dem Kalben zu vielen Aborten kommt, werden die Tiere erneut per Hand untersucht. Die Milchleistung liegt bei 9.070 kg. Bewirtschaftet werden 15.000 ha mit einem unglaublich riesigen Maschinenpark. Nebeneinander standen einfach 15 Mähdrescher. Unter anderem steht hier auch eine Weltrekordmaschine, die Väderstad Tempo L. Hier wird mit Saatkarten gearbeitet und neuste GPS-Technik verwendet. Anschließend haben wir uns dann noch einen Weizen-, einen Zuckerrüben-, einen Sommergerste- und einen Maisschlag angeschaut.

Nach der Betriebsbesichtigung haben wir uns dann an einem Feld getroffen. Auch hier wurde viel für uns vorbereitet. Es wurde ein Tisch aus Strohballen aufgestellt und komplett eingedeckt.

Zum Anfang gab es eine Suppe und danach gegrillte Schaschlikspieße. Des Weiteren wurden wir zu russischem Wodka, Bier, Wein und Whisky verführt, welche so manch einem auf dem Rückweg leider zum Verhängnis wurde. An diesem Abend haben wir alle Gastgeschenke in Form eines Bilderrahmens mit einem Foto des Dorftores im Winter bekommen. An diesem Tor haben wir dann auch das letzte Foto für diesen Ausflug gemacht.

Danach ging es zu den Bussen und die Rückfahrt gestaltete sich etwas schwierig bis wir dann gegen 1 Uhr morgens ankamen.